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Zusammenspiel und Live-Faktor

Das elektroakustische Kammermusikensemble EAKME ist das gemeinsame Bandprojekt von sechs Musikern aus der Wiener Elektronik/Elektroakustik/Free Impro-Szene: Klaus Gstettner, Tobias Leibetseder, Patric Redl, Julian Rubisch, Jakob Schauer und Michael Speer haben sich mit ihrer Band der Live-Performance experimenteller elektronischer Musik verschrieben.
In wechselnden Besetzungen bewegt sich das Ensemble zwischen intimen Klangräumen, krachenden Noise-Texturen, wummernden Drones, surrealen Soundscapes und abstrakten Breitwand-Klangflächen – großes Kino für die Ohren.

Großen Wert legt EAKME auf Zusammenspiel und Live-Faktor. Vieles wird improvisiert, Klangideen werden spontan entwickelt. Das vielfältige Instrumentarium der elektroakustischen Bigband umfasst analoge Modular-Synthesizer, Gitarreneffektgeräte, Sampler, als Klangerzeuger umgedeutete Alltagsgegenstände und vieles mehr. Jeder Sound wird dabei in bester Kammermusik-Manier manuell gespielt.

Plattform für Neue Musik

SUONE MOBILE entstand im Spätsommer 1995 als Plattform für Neue Musik unter der Leitung von Christof M. Lösen, ausgehend von den musikalischen Potentialen und Perspektiven der 1950er Jahre sowie dort (und früher) ansetzenden Wegen (zu) einer selbstbewussten, (selbst)reflexiven, widersprüchlichen, spannungsvollen, die Tradition (in sich) aufhebenden, forschenden, „avancierten“ und „radikalen“ (Adorno), „unerhörten“ (Stockhausen), „entdeckenden“ und „lebendigen“ (Lachenmann), experimentellen, gegenwärtigen, bewegenden Musik: Klang in Bewegung

Gesehen und gehört am 8. Dezember im Kunstraum34 in Stuttgart

„Die Fotografie ist der modernen Malerei der Pfahl im Fleisch!“

So der Philosoph Max Bense in seiner leidenschaftlichen Eröffnungsrede zur Fotoausstellung „Drei Bildermacher“: Jonnie Doebele, Dieter Krause, Ruediger Stratmann, am 26.10.1976 in Stuttgart, die als Tondokument erhalten ist.

In seinen legendären Montagsvorlesungen brachte Max Bense seine Gedanken mit vollem Körpereinsatz und weit ausholenden Gesten dem Publikum näher. Jonnie Döbele durfte ihn am 6.12.1976 vom Hörsaalsitz aus fotografieren. 2015 veröffentlichte er diese Fotos in Buchform.

Zur Vorstellung des Fotobuches in der Stadtbibliothek Stuttgart am 14.07. ließ sich Klanglabor101
von Max Benses Stimme und seinem Gedicht „Jetzt“ anregen.

Quelle des Gedichts: Aus: Modelle, text 6, edition rot, Stuttgart 1961


Jetzt,
jetzt und erst jetzt,
jetzt und nur jetzt,
jetzt und doch jetzt,
jetzt ist das jetzt erst jetzt
das nur jetzt ist und doch jetzt ist,
nur jetzt und doch jetzt,
jetzt das jetzt ist,
nicht jetzt das jetzt nicht jetzt ist wenn es jetzt ist,
nicht jetzt wie es jetzt nicht ist,
nicht jetzt wie es jetzt nicht jetzt ist,
jetzt das nicht ist ist nicht jetzt,
jetzt nicht,
jetzt noch nicht,
doch jetzt das noch nicht jetzt ist wenn es jetzt ist,
jetzt das jetzt nicht mehr jetzt ist wenn es jetzt ist
und jetzt das jetzt ist, wenn es nicht mehr jetzt ist,
dieses jetzt,
erst dieses jetzt,
nur dieses jetzt ist jetzt.


Klangerlebnis

Vier Jahre lang hat sich Rea Dubach Zeit genommen, um Síds zweites Album zu komponieren und sich dafür in die isländische Mythologie vertieft und die Sprache gelernt. So war es ihr möglich, sich textlich nahe an der originalen Erzählung von Völuspá zu halten, so, wie sie in der Edda steht (einer Sammlung von Isländischen Mythen und Gedichten aus dem 13. Jahrhundert). «Völuspá» ist eine Geschichte aus dem nordischen Mittelalter, die in sechzig Stabreimversen vom Auf- und Untergang der Erde erzählt. Übersetzt heisst Völuspá «Weissagung der Seherin» (Völva = Seherin, Spá = Prophezeiung).

«Völuspá» lässt sich musikalisch keinem Stil zuordnen, darf aber als zukunftsweisend betitelt werden: Die Verbindung von Elektronika, Naturgeräuschen und klassischen Instrumenten ist hypnotisch, episch und steckt voller klanglicher Magie.

Gesehen am 2. November 2017 in der Kiste in Stuttgart